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Direktfahrt-Glossar: Express-Begriffe verständlich erklärt

Was unterscheidet Exklusivtransport von Beiladung, wann lohnt der Nachtsprung, und was bedeutet POD? Die wichtigsten Begriffe aus unserem Dispositions-Alltag.

Exklusivtransport

Beim Exklusivtransport ist das Fahrzeug ausschließlich für eine einzige Sendung unterwegs – keine Beiladung, keine Zwischenstopps. Die Ware wird einmal verladen und erst beim Empfänger wieder angefasst. Das ist das Grundprinzip jeder Direktfahrt.

Beiladung

Bei einer Beiladung nutzt eine Sendung freien Laderaum eines ohnehin fahrenden Fahrzeugs mit. Günstiger als ein Exklusivtransport, aber an dessen Route und Zeitplan gebunden – geeignet für unkritische Termine.

FTL (Full Truck Load / Komplettladung)

FTL bezeichnet eine Sendung, die ein Fahrzeug allein auslastet – durch Volumen, Gewicht oder den Wunsch nach exklusivem Laderaum. Die Ware wird einmal verladen und ohne Umschlag direkt zum Empfänger gefahren. No-Cargos Direktfahrt ist im Kern ein FTL-artiges Modell: ein exklusives Fahrzeug pro Sendung, kein Zusammenladen mit fremder Fracht – auch dann, wenn eine eilige Einzelsendung das Fahrzeug nicht komplett füllt.

LTL (Less than Truck Load / Teilladung)

LTL bezeichnet eine Sendung, die nur einen Teil des Laderaums beansprucht und sich das Fahrzeug rechnerisch mit anderer Fracht teilt. Günstiger pro Sendung als eine Komplettladung, im klassischen Sammelgut aber mit Umschlag über Hubs und längeren Laufzeiten verbunden. Für zeitkritische Einzelsendungen bleibt die exklusive Direktfahrt schneller und umschlagfrei.

Sofortbeladung

Das Kernversprechen im Express-Direktverkehr: Nach Auftragserteilung fährt das nächstgelegene passende Fahrzeug direkt zur Ladestelle – üblich sind 60 bis 90 Minuten Vorlauf im Umkreis, statt fester Abholfenster wie im Sammelgutverkehr.

Nachtsprung

Transport über Nacht: abends verladen, am nächsten Morgen zugestellt. Klassiker für Ersatzteile und Produktionsversorgung – das Fahrzeug fährt, während der Empfänger schläft, und nutzt die staufreie Nacht.

Doppelbesatzung

Zwei Fahrer wechseln sich am Steuer ab, das Fahrzeug rollt ohne Ruhezeit-Unterbrechung durch. Auf Langstrecken über etwa 700 Kilometer der einzige legale Weg, um über Nacht durchgehend zu fahren.

KEP vs. Kurier-Direktfahrt

KEP-Dienste (Kurier, Express, Paket) bündeln Millionen Sendungen über Hub-Netze mit Standardlaufzeiten. Die Kurier-Direktfahrt fährt eine einzelne Sendung exklusiv von Tür zu Tür – teurer pro Sendung, aber schneller, planbarer und ohne Umschlagrisiko.

POD (Proof of Delivery)

Der Ablieferbeleg: Quittung des Empfängers mit Name, Datum und Uhrzeit, heute meist digital mit Unterschrift oder Foto. Der POD schließt den Transportauftrag ab und ist Grundlage für die Abrechnung.

Lademeter

Ein Meter Ladefläche über die volle Fahrzeugbreite. Ein Sprinter hat rund 4,3 Lademeter, ein Sattelzug 13,6. Eine quer verladene Europalette belegt 0,4 Lademeter.

Sprinter, 7,5-Tonner, Sattelzug

Die drei Fahrzeugklassen der Direktfahrt: Sprinter bis ca. 1,2 t Nutzlast und 4 Paletten, 7,5-Tonner bis ca. 2,5 t und 10 Paletten, Sattelzug bis 24 t und 33 Paletten. Gewählt wird immer das kleinste Fahrzeug, das die Sendung sicher trägt.

Terminfracht

Eine Sendung mit festem Zustellfenster – etwa für Produktionsbänder oder Messeaufbauten. Der Transport wird rückwärts vom Termin geplant, inklusive Puffer; die Zustellung „bis spätestens" ist Vertragsbestandteil.

Standzeit und Wartezeit

Zeit, die das Fahrzeug an Lade- oder Entladestelle über die vereinbarte freie Zeit hinaus wartet. Im Direktverkehr sind meist 30–60 Minuten frei, danach wird je angefangener Stunde berechnet – deshalb lohnt eine vorbereitete Verladung.

ADR-Kleinmengen (1000-Punkte-Regel)

Gefahrgut unterhalb der 1000-Punkte-Schwelle darf mit Erleichterungen befördert werden: keine orangefarbene Kennzeichnung, kein ADR-Schein des Fahrers erforderlich. Beförderungspapier und Verpackungsvorschriften gelten trotzdem.

Luftfracht-Zubringer (RFS)

Der Straßentransport zum oder vom Flughafen im Rahmen einer Luftfrachtsendung, auch Road Feeder Service genannt. Zeitkritisch, weil Annahmeschlusszeiten (Cut-off) der Airlines gelten – verpasst ist verpasst.

Bekannter Versender

Ein vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassener Versender, dessen Luftfracht als „sicher" gilt und ohne erneutes Screening verladen werden darf. Sendungen unbekannter Versender müssen kostenpflichtig geröntgt oder anderweitig kontrolliert werden.

Ladungssicherung im Direktverkehr

Auch bei Exklusivtransporten pflicht: form- oder kraftschlüssige Sicherung mit Zurrgurten, Antirutschmatten und Kantenschutz nach VDI 2700. Der Fahrer verantwortet die betriebssichere, der Verlader die beförderungssichere Verladung.

Frei Haus vs. Ab Werk

Die zwei Grundmodelle der Lieferkondition im Inland: Ab Werk (der Käufer organisiert und zahlt den Transport ab Rampe des Verkäufers) und Frei Haus (der Verkäufer liefert auf seine Kosten bis zur Rampe des Käufers).